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Erbsen, Echse und Brombeere

Endlich wieder Gartenwetter. Eine gute Woche hatten wir ununterbrochen Sturm und scheußliches Aprilwetter mit reichlich Regen, Schneeschauern und zum Teil frostigen Temperaturen. Doch nun ist damit für zwei Tage Schluss und schönster Sonnenschein angesagt. Schon früh am Morgen zieht es mich mit den Ideen für diesen Tag in den Garten.

Heute möchte ich die Brombeere an ihren endgültigen Platz setzen. Dazu befestige ich zunächst am unteren Teil des Zaunes (Süd-Ost-Ecke) Reiser auf einer Länge von 5 Metern. Unmittelbar vor den Reisern entferne ich vorsichtig, um die Regenwürmer nicht zu verletzen, die Grasnarbe und lege sie zum späteren Mulchen beiseite. Ich grabe eine ca. 10 cm breite und ca. 5 cm tiefe Rille. Hier hinein lege ich in einer Reihe mit ca. 5 cm Abstand Zuckererbsen (Sorte: Oregon Sugar Pod).

Dieser neue Gartenbereich bekommt die Bezeichnung Beet 11.

Die Erbsen sind am Reisigzaun gelegt

Ich hoffe, dass sich, trotz der Mäuse, eine dichte Erbsenhecke an den Reisern hochzieht. Nächste Woche lege ich für ein paar bunte Farbtupfer noch ein paar Wickensamen zwischen die Reiser. Diese so entstehende Hecke soll der Brombeere als schützende Sonnenfalle dienen.

Reisig am Zaun gesteckt als Rankhilfe für die Erbsen

Etwa 80 cm vor der Erbsenreihe setze ich mittig die Brombeere. Sie erhält dazu eine Mischung aus Wald- und Gartenerde. Später, Anfang Juli, bekommt sie dann noch ihr Klettergerüst, das unser Freund Clausi von Zuhause mitbringt. Um die Brombeere auf Dauer positiv zu unterstützen, schaue ich in die Liste der Beipflanzungen, welche Stauden ihr dabei helfen können. Gleichzeitig nehme ich mir die Liste für die Mischkulturen zur Hand, um geeignete Nachbarn für Brombeere und Erbsen zu finden.

Normalerweise setze ich um Beerensträucher und Obstbäumchen gerne Knoblauchzehen zur allgemeinen Gesundung und zum Schutz vor Pilzerkrankungen. Da Erbsen jedoch durch Knoblauch im Wachstum gehemmt werden, verzichte ich auf eine Beipflanzung des Knoblauchs zur Brombeere. Stattdessen werde ich sie im Frühsommer mit Beinwellblättern mulchen.

Wie im ganzen Garten geplant, soll auch dieser 2 x 5 m umfassende Bereich später aus einer bunten Mischung von Essbarem, Blumenstauden und Kräutern bestehen. Anhand der Listen und den im Garten vorhandenen Stauden suche ich folgende Pflanzen für diesen Platz aus:

  • 1 x Lavendel
  • 2 x Rosmarin
  • 3 x Vergißmeinnicht
  • 4 x Rote Schafgarbe
  • 2 x Lilie

Im Frühsommer kommen noch Borretsch, Ringelblumen und Tagetes als einzelne Farbtupfer, Insektenblüten und Gesundungsblumen hinzu. Solange die Stauden noch Platz für Zwischenkulturen lassen, könnte hier noch eine Gurken- oder Luffakürbispflanze ihre Ranken ausstrecken. Als Kombination von Beschattung und lebendigem Mulch, auch über den Bereich hinaus.

Neues Beet 11 mit Beschriftung der gepflanzten Stauden

Nach der Pflanzung gehen wir zum Essen und Relaxen auf die Alpe Beichelstein. Von oben schauen wir auf unser Haus und diese herrliche Landschaft. Bald wird alles wieder sattgrün sein, während der Schnee auf den Bergen oft bis in den Sommer hinein liegen bleibt.

Blick von der Alpe Beichelstein auf Hopfensee und die Allgäuer Berge

Auf dem Weg nach unten kreuzt ein Schwarzer Ölkäfer unseren Weg. Wo er auftaucht, gibt es noch Wildbienen. Leider steht der Ölkäfer auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten, was bedeutet, dass auch die Wildbienen immer rarer werden. Ohne Wildbienen gibt es keine Ölkäfer, denn die Ölkäferlarven nutzen die Wildbienen als Transport- und Nahrungsmittel. Die Wildbiene trägt die Larve des Ölkäfers von der Blüte huckepack in ihr Schlupfloch (z.B. die Schilfröhren in einem Insektenhotel). Dort ernährt sich die Larve von dem Bienennachwuchs und deren Nahrungsmittel und verpuppt sich anschließend. Statt einer Wildbiene schlüpft so aus der Röhre dann ein Ölkäfer. In der Bienenliteratur wird er daher auch als Parasit der Wildbienen bezeichnet.

Schwarzblauer Ölkäfer

Zurück im Garten habe ich Lust auf etwas Gartengestaltung. Leider ist das, was sich an Material im Garten findet, nicht viel. Aber auch damit lässt sich schon was anfangen. Aus zwei frisch abgesägten 3 m langen Haselnussstecken, die am oberen Ende eine Astgabel besitzen, bastel ich ein Rankgerüst. Im Mai lege ich hier Prunkbohnen und Kapuzinerkresse. Mit ein bisschen Glück beginnen die Ruten zu wurzeln, was eine dauerhafte, standfeste Rankmöglichkeit bedeuten würde. Gleichzeitig entsteht so der erste Durchgang innerhalb des Gartens.

An die Querverstrebung von Rankstab zum Zaun hin, können ebenfalls noch Reiser befestigt werden. Hier bieten sich nochmal Wicken mit Erbsen als diesjährige Rankbepflanzung an.

Fertige Rankgerüste im Garten
Die Rankgerüste mit Blick nach Süden

Bei meiner Beschäftigung werde ich heimlich beobachtet. Die kleine Eidechse erfreut sich ebenso wie wir an diesem sonnigen Tag und wärmt sich auf dem Rundholz. Sie ist bildhübsch, etwa 12 cm lang und überhaupt nicht scheu.

Kleine Eideckse am Rundpfahl in der Sonne

Eine weitere Rank- und Pflanzgelegenheit fand sich in unserem Fundus: ein ausgedienter Fahrradanhänger. Ich habe ihn von der Kunststoffverkleidung befreit und mit alten Brettern als Abstellfläche belegt. Eine Idee dafür sind Pflanzkästen mit Hängegeranien. Davon haben wir ja einige in der Garage stehen, die nur darauf warten, aus dem Winterschlaf entlassen zu werden. Ringsherum könnten Bartnelken stehen und niedrige Kapuzinerkresse ranken. An den beiden senkrechten Stangen dürfen sich Prunkbohnen in die Höhe recken.

Das Rundholz, das vom Anhänger zur Haselnussrute des neuen Durchgangs führt, dient hauptsächlich der Stabilität. Darunter sollen bei der nächsten Aktion u.a. die Stauden von Riesenmohn, Rittersporn und eines gelben Hochblühers gepflanzt werden. Und natürlich allerlei Essbares.

Vor dem Anhänger liegt noch ein alter amerikanischer Briefkasten, der ebenfalls bepflanzt wird und im Garten seine Bestimmung findet. Ich möchte ihn auf einen Pflock setzen, eventuell an Beet 2, aber das ist nur ein weiterer Gedanke von Vielen.

Die Rankgerüste mit Blick nach Norden. Oben am Berg liegt die Alpe Beichelstein

Aussaaten:

  • Krause Petersilie auf Beet 3
  • Glatte Petersilie auf Beet 1
  • Kümmel als Vorkultur auf der Fensterbank
  • Stockrosen zwischen den jungen Fichten an der Holzlege

2 Gedanken zu „Erbsen, Echse und Brombeere“

  1. Wow 🙂
    toller Bericht,
    Dein Garten wächst ja gewaltig, das wird mit Sicherheit wunderschön werden; ich bin schon sehr auf den Sommer gespannt, wie alles wächst und blüht 😉
    Eidechsen habe ich in meinem kleinen Steinvorgarten auch immer wieder mal, tolle Tiere !

    1. Danke Clausi,
      ja, immer wenn ich was pflanze, sehe ich schon die blühende Pracht vor mir oder die langen Bohnen usw.
      Im Moment sieht alles noch so kahl aus, aber ich weiß ja, dass plötzlich alles explodiert, wenn die warmen Tage kommen 😉
      Liebe Grüße
      Eva

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