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Jungfer, Stauden + Stachelbeeren

Morgendämmerung

Langsam wechselt das Braun der Wiesen und Almen in ein zartes Grün über und lässt die Natur aus ihrem Winterschlaf erwachen. Noch vor Sonnenaufgang hört man jetzt häufiger die Rufe eines Rehbocks. Wenig später, pünktlich mit der Dämmerung, begrüßen die Amseln den neuen Tag. In dieser besonderen Morgenstimmung genieße ich meinen Tee und beobachte dabei vom PC aus die Rehe. Sie lassen sich das erste junge Grün schmecken, während hinter ihnen die Sonne die noch schneebedeckten Gipfel von Aggenstein und Breitenberg in ein zartrosa Licht taucht.

Rehe äsen auf der Wiese am Wald

Freizeitplanung

Während Wolfgang das schöne Frühlingswetter für eine erste Radtour in die Umgebung nutzen möchte, krame ich aus der hintersten Ecke meines Kleiderschrankes T-Shirt und kurze Hose. Heute wird ein Gartentag, der reichlich Sonnenschein und Temperaturen um die 17 Grad verspricht. Ich packe in meinen Gartenkorb eine Thermoskanne Grünen Tee, ausgewählte Samentüten, Block und Stift und gehe hinunter in den Garten.

Ab in den Garten…

Im Vorbeigehen sehe ich voller Freude, dass die jungen Beinwellstauden den Winter gut überstanden haben und bereits austreiben. Auch andere Stauden, wie Frauenmantel, Akelei, Mutterkraut und Rittersporn zeigen erste Blätter.

Beinwell treibt aus

Kreativität & Nutzen

Heute möchte ich weitere Gartenbereiche neben Beet 11 anlegen (siehe Gartenplan). Ich beginne damit, entlang der Querstrebe vom Anhänger zum neuen Durchgang, Bambusstäbe aus unserem Fundus in Abständen von etwa 15 cm zu stecken. Auch eine kleine, alte Strickleiter findet sich noch. Da sie aus Naturmaterialien wie Sisal und Holz besteht, darf sie hier ihre neue Bestimmung als Rankhilfe antreten. Vor jedem Bambusstab treibe ich mit einem kleinen Ästchen ein ca. 5 cm tiefes Loch ins Gras und säe jeweils ein Korn der Edelwicke hinein. Die übrigen Samen stecke ich entlang der Erbsenreihe an Beet 11 und an die Pfosten des Zaunes an der oberen Topinambur-Reihe.

Spatenstich für Beet 12

Als Nächstes steche ich mit dem Spaten die Umrisse für den neuen Gartenbereich ab. Ich beginne beim Anhänger und arbeite mich entlang des Rankgerüstes die 3 Meter bis zum Duchgang, dann etwa 2,5 m leicht schräg nach unten und in einem Halbrund 4,5 m wieder zurück zum Anhänger.

Innerhalb des Spatenstichs lockere ich mit der Grabgabel die Grasnarbe ca. 40 cm breit auf und lege sie, von der gröbsten Erde befreit, neben das Beet.

Aus den Anwachs-Beeten 3 + 8 wähle ich die Stauden für diesen Bereich:

  • 3 x Riesenmohn
  • 2 x Rittersporn
  • 5 x Lilie (weiße Schwertlilie)

Nach dem Angießen der Pflanzen decke ich die Erde mit der beiseite gelegten Grasnarbe zu und lege dabei die Unterseite nach oben, damit die Wurzeln eintrocknen, anstatt wieder anzuwachsen.

Beet 12 wird angelegt

In das umlaufende Beet setze ich:

  • 1 x Lavendel
  • 1 x Zitronenmelisse
  • 1 x Rosmarin
  • 1 x Löwenzahn
  • 2 x Japansegge
  • 2 x roter Knöterich
  • 2 x Rittersporn
  • 4 x Lilie (weiße Schwertlilie)
Gepflanzte Stauden in Beet 12

Auch hier decke ich nach dem Angießen der Pflanzen die Grasnarbe wieder als Mulch auf die nackte Erde.


Bemerkung zum Pflanzabstand

Wir setzen die Stauden bewusst nicht weiter als etwa 40 cm auseinander. In vielen Neuanlagen, mit 1 m oder mehr Pflanzabstand, kann man beobachten, dass es mitunter viele Jahre (Jahrzehnte!) dauert, bis die Stauden sich soweit ausgebreitet haben, dass kaum noch Zwischenräume zu erkennen sind. Das bedeutet viel Arbeit mit unerwünschtem Wildkraut zwischen den Stauden und/oder reichlichem Mulchen. Ein nicht unerheblicher Zeit- und Kostenfaktor, den wir vermeiden, indem wir die Stauden dichter beieinander setzen. Außerdem ist es Balsam für die Seele, sich bald schon an der geballten Blütenpracht zu erfreuen, anstatt nur hier und da etwas Buntes zu sehen. Später können wir nach Bedarf die Stauden entweder teilen – um Platz für die Nachbarstaude zu schaffen – oder Einzelne komplett an einen neuen Standort versetzen.


Jungfer im Grünen

Nach einer kurzen Mittagspause mit Tee, Apfel und Birne, schnappe ich mir wieder den Spaten und steche, parallel zum unteren Rand von Beet 12, einen weiteren Streifen ab. Damit lege ich Beet 13 an.

In den 15 cm breiten freigelegten Streifen säe ich Samen von Lein, Staudenlupinen und Jungfer im Grünen. Bis zum Auflaufen der Saat bleibt die Grasnarbe neben dem Streifen liegen und wird erst wieder zum Mulchen verwendet. Die Pflänzchen sollten etwa eine Höhe von 10 cm haben, damit sie nicht unter der Mulchschicht ersticken.

Beet 13 wird angelegt

Weitere Aussaaten und Pflanzungen

  • Echtes Arznei-Johanniskraut (Ostende Beet 13)
  • Fingerhut (an der Tropflinie am Rand von Beet 8)
  • Kresse (Beet 9)
  • 4 x Minze (Mentha speciosa “Nemorosa”) in Beet 2 + 7, neben die Herbstanemonen (HA) und Topinambur (T)
  • 2 x rote Stachelbeere, Ableger vom letzten Jahr (Beet 12 + 13)

Preisspartipp

Im Supermarkt habe ich vor einigen Tagen in der Gemüseabteilung 2 Bio-Topfkräuter für je 1,49 Euro gekauft. 1 x Hugo-Minze (Mentha speciosa “Nemorosa”) und 1 x Bohnenkraut. Zuhause habe ich die Minze in 4 Einzelpflanzen geteilt und im Garten an verschiedenen Stellen eingepflanzt. Minze ist robust und wächst super gut an. Das Bohnenkraut habe ich ebenfalls zerteilt, in 11 Einzeltöpfe umgetopft und in der Küche auf die Fensterbank gestellt. Tagsüber kommen die Töpfchen raus auf den Balkon und später werden sie im Garten zwischen die Bohnen gepflanzt (Stichwort: Mischkultur).

Pfefferminze im Garten
Hugo-Minze
Bohnenkraut in Töpfen auf der Fensterbank
Bohnenkraut

2 Gedanken zu „Jungfer, Stauden + Stachelbeeren“

  1. Einfach super informativ, Dein Blog, und sehr inspierierend. Ich habe im letzten Jahr auch mit einem Wiesengarten angefangen, allerdings wächst da fast nix vernünftig oder es wird von Schnecken aufgefressen. Da ist Inspiration immer sehr willkommen.

    1. Danke Heike!
      Kulturpflanzen in einen Wiesengarten zu setzen ist eine Herausforderung, das glaube ich Dir sofort. Die Schnecken sind die Naturpolizei und werden da gleich aufräumen wollen ;-). Ich sehe nur wenige Schnecken in unserem Garten. Sie sitzen entweder auf dem Küchenkompost, den wir über den ganzen Garten verteilen oder unter den Brettern. Pflanzen haben sie noch nicht angefressen. Die Wühlmäuse dagegen sind da sehr viel aktiver.
      Wie sieht Dein Wiesengarten aus? Hast Du mal ein Bild oder vielleicht sogar eine HP darüber?
      Liebe Grüße, Eva

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