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Plane als Mulch

    Es ist sehr schwer, einen Anfang in einem verwilderten Garten zu finden. Auch wir haben lange überlegt, was als erstes sinnvoll ist und dabei gleichzeitig am wenigsten Mühe bereitet. Wir können auch nicht täglich zum Garten fahren, denn die jeweils 15 km hin und wieder zurück sind alles andere als ökologisch. Meine Geduld wird auf eine harte Probe gestellt, denn es sind noch gut 6 Wochen bis zum Umzug.

    Als ersten Arbeitsbereich im Garten entscheiden wir uns für die beiden umrandeten Beete. Die große Gartenmelde hat sich hier breit gemacht, dazwischen Gras und dornige, wilde Brombeerranken. Und überall die Quecke (hartes Gras mit meterlangen Rhizomen, die sich nur schwer eindämmen lassen).

    Alles Wildkraut (gerne auch als “Unkraut” bezeichnet), das wir aus den beiden Beeten holen, schichten wir auf einem Haufen auf. Dort wartet es auf seine Weiterverwendung.

    Ausgelegte Plane als Mulch in einem Garten
    Beet 1 mit der Rundholzumrandung, Beet 5 wird mit der Plane gerade urbar gemacht

    In Beet 1 (Innenmaß: 3,40 m lang und 2,50 m breit) entdeckte Wolfgang eine vollkommen verwilderte Rote Stachelbeere. Der Strauch war komplett mit Klettenlabkraut überwachsen, die Stachelbeeren winzig klein und zumeist schon vertrocknet. Wir lassen sie vorerst in Ruhe, damit sie sich jetzt erst mal erholen kann. Wir gießen sie fleißig, damit wieder Saft in die Triebe kommt.

    Der freigelegte Boden in dem Beet wird sogleich mit einem Teil des ausgerissenen Wildkrautes wieder gemulcht. Wir legen die Wurzeln möglichst nach oben, dann trocknen sie ein, anstatt wieder in der Erde anzuwurzeln. Der Mulch sorgt dafür, das der Boden feucht bleibt und die Kleinlebewesen nicht die Flucht ergreifen.

    Auf dem Wiesenstück zwischen den beiden Beeten legen wir eine Plane aus, die mit Grassoden und Wildkraut beschwert wird, damit sie nicht wegfliegt. Der Sinn hinter der Plane: Der Boden bekommt kein Licht mehr und die Luft wird knapp. Unter der Plane kann Gras und Wildkraut nicht mehr wachsen, es geht ein und lässt sich in etwa 10 Tagen einfach mit dem Rechen abziehen. Man kann die Plane auch über einen längeren Zeitraum liegen lassen, damit auch ein Großteil der Wurzeln kaputt geht, aber das ist hier nicht notwendig, da wir mit dem künftigen Beet Nr. 5 noch was besonderes vor haben.

    Wolfgang steht neben dem Beet und misst die Kantenlänge

    Beet 2 hat ein Innenmaß von 4,00 m Länge und 2,50 m Breite. Wir haben es für die jungen Porreepflanzen, Grünkohl und Schnittsellerie hergerichtet und das ausgerissene Wildkraut ebenfalls auf einen Haufen geworfen.

    In diesem Beet pflanzen wir Grünkohl, Schnittsellerie und Porree

    Um die jungen Pflanzen von Schnittsellerie und Grünkohl gegen mögliche Fressfeinde von außen zu schützen, pflanzen wir am Innenrand des Beetes den Lauch im Abstand von ca. 30 cm. Später kommen noch Frühlingszwiebeln hinzu, so dass sich eine geschlossene Reihe bildet. Schnittsellerie und Grünkohl stehen abwechselnd in einem Abstand von etwa 40 cm zueinander. Das gibt ihnen Raum für die Entfaltung und bietet gleichzeitig Platz für Zwischenpflanzungen von Kräutern und Salaten. Um die Pflänzchen herum legen wir Kragen aus der Dachpappe, die wir im hinteren Bereich des Gartens gefunden haben. Diese Kragen verhindern, dass die Kohlfliege ihre Eier am Wurzelhals ablegt. Gleichzeitig hält die Pappe den Boden rund um die Pflanze feucht.

    Um die Pflanzen vor der stechenden Sommersonne zu schützen, spannen wir für die Dauer der Anwachszeit ein engmaschiges Kunststoffgewebe (aus dem Sperrmüll) über das gesamte Beet. Es ersetzt in diesem Falle sogar den Mulch, da der Boden weiterhin feucht bleibt. Regen oder Gießwasser fallen sanft durch die winzigen Löcher des Gewebes.

    Die kleinen Pflanzen unter dem Kunststoffgewebe

    Gegner des Mulchens bestehen ja darauf, das Mulch die Schnecken anzieht, die dann über das Gemüse herfallen. Das mag für einen “sauberen” Garten zutreffen, in dem die Schnecken nichts außer Kulturgemüse vorfinden, das sie sich dann in der Nacht schmecken lassen. Schnecken verstehen sich jedoch in erster Linie als die Polizei des Gartens, vertilgen Küchen- und Gartenabfälle und verwandeln diese durch ihre Ausscheidungen in wertvollen Humus. Sie schlummern am Tage unter Mulch, alten Brettern, Gefäßen und Steinen und verrichten in der Nacht ihre Arbeit.


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